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Eine Probearbeitswoche für die Tonne

Meine mir versprochene Arbeitswoche ist so gut gelaufen, dass ich weinen, hysterisch lachen und mich dann übergeben will. Sie ist also etwas für den Abfall. Aber nicht irgendeinen, sondern am sichersten entsorgt man sie dort, wo man Batterien einwirft oder diese hochgradig toxischen Reinigungsmittel, die zwar die Kacheln sauber kriegen, die dir aber dabei fast die Lungen wegätzen.

Versprochen wurde mir eine ganze Arbeitswoche, die auch noch entlohnt werden sollte. Ich wäre auch ohne Entlohnung zufrieden gewesen, denn mir ist wichtiger, was am Ende dabei herauskommt. Ich wollte also glänzen, Einsatz und Engagement zeigen und wappnete mich mit den entsprechenden Werkzeugen: Mut, Energie, Enthusiasmus und ein Make-up, das mein Gesicht frisch, aber nicht angemalt aussehen lassen soll.

Der erste Bremser kam schon einen Tag vor Antritt:  Ich soll erst um 11 Uhr erscheinen. Der Vorgesetzte habe noch etwas zu tun. Ein weiterer Dämpfer verpasste er mir dann vor Ort, als ich feststellen musste, dass eine weitere Probearbeiterin zur Stelle war und er zudem der einzige im "Büro" (Privatwohnung) war - er war also Chef und einziger Kollege in Personalunion. Das kam etwas unerwartet, weil er vorher ständig von einem ganzen Unternehmen gesprochen hatte. Natürlich weiß ich, dass ein Unternehmen auch nur aus einer einzigen Person bestehen kann und auch als solches eingetragen wird, aber meistens sprechen solche Personen von sich nicht von einem ganzen Unternehmen, wie von einer dritten Instanz.

Ich durfte dann genau drei Stunden ein wenig arbeiten. Aber nicht, weil ich etwa schlecht gewesen wäre. Vielmehr hatte er schlichtweg keine Zeit mehr für mich. Er wollte mir erst über meine Arbeit nachdenken und mir dann Bescheid geben. Soweit, so doof und gleichzeitig nachvollziehbar. Aber dann bat er mich, dass ich doch erst zwei Tage später für das nächste Probearbeiten kommen soll. Ich hatte mich sehr auf die Chance gefreut, eine ganze Woche lang zu zeigen, wie ich arbeite. Und außerdem hatte er mir ja eine Bezahlung für das Praktikum geboten. Das Geld kann ich verdammt gut gebrauchen.

Ich habe natürlich keinen Aufstand gemacht und wartete auf seinen Rückruf, wie meine Arbeit bislang war  und um wieviel Uhr ich beim nächsten Mal aufschlagen darf. Dieser Anruf kam nie. Irgendwann meldete ich mich bei ihm. Er meinte nur knapp, er hätte zuviel zu tun und ich könne erst die Woche drauf wieder kommen. Das ärgerte mich sehr, aber ich nahm die Chance wahr, um die Zeit bis dahin zu nutzen und zu lernen. Jetzt hatte ich ja schon einen kleinen Einblick erhalten und ich dachte, ich könne das verwenden und mein Wissen noch besser vertiefen.

Tja, am Wochenende meldete er sich, dass es da auch nicht ginge. Er wäre unterwegs und er würde sich melde, weil er mich ja schon unbedingt bräuchte und schon lange eine Mitarbeiterin suche.

Nachdem ich andere Gelegenheiten für dieses Praktikum verschoben oder gestrichen hatte, hat mich das besonders wütend gemacht. Ich habe weder Lust noch Zeit, ewig rumzueiern. Ich muss Nägel mit Köpfen machen. Ich brauche einen Job und ich brauche das Geld. Dafür bin ich gewillt zu leisten, was nötig ist. Aber ich lasse mich deswegen nicht ewig hin und her schieben, während gute andere Gelegenheiten einfach an mir vorüberziehen, weil der Herr sich nicht entscheiden kann. Das kann ich mir nicht leisten. 

Mal abgesehen davon, dass ein Mensch, der so unzuverlässig schon zu Beginn ist, sicherlich so seine Schwierigkeiten mit der Einhaltung einer regelmäßigen Lohnzahlung hat. Das hatte ich schon mal. Und das erspare ich mir lieber.

Nachdem er mich vorgestern abermals vertröstet hat, habe ich ihm nun abgesagt.

Eure Meinung dazu?

XOXO

Eure

Noch mehr Lost in Application

26.10.14 21:46
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Pascale (26.10.14 23:00)
Stimmt, ist schon ein merkwürdiges Verhalten von dem "Unternehmer":-) LG


sozialearbeitswelt (27.10.14 13:49)
:D Ist es wirklich. Und nicht nur merkwürdig, sondern auch recht unfair.

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