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Let's fetz and escalate!

Ich lasse nichts unversucht, um an einen adäquaten Job zu kommen. Dazu gehört, dass ich täglich sämtliche Stellenbörsen abgrase, mir passende Stellen zukommen lasse, Zeitungen konsultiere und last but not least eigene Annoncen schalte.

Superhappy nehme ich nur eine halbe Stunde nach Schaltung einer Onlineanzeige die Mail des ersten Schreibers entgegen und lese erstaunt deren Inhalt: ICH BIN INTERESSIERT! Rufen Sie mich unter Tel: 0172/XXX XXX XXXX an.

Wohoo, denke ich mir, klasse! You're still a winner. Ich wähle die angegebene Nummer, eine leise Männerstimme meldet sich zu Wort. Kurze Vorstellungsrunde, dann kommt er zur Sache: "Können Sie denn auch massieren?" Ich: "Nein. In meiner Anzeige steht nichts auch nur annähernd Phyisches. Ich bin Redakteurin und PR-Beraterin. Wie kommen Sie denn darauf, dass ich massieren kann oder will?" Er, etwas lauter und flapsig: "Sie sind eine Frau und brauchen Geld. So ein bisschen Massage mit Happy End dürfte doch kein Problem sein." Ich vergesse in Sekundenbruchteilen alle Erziehung, die ich jemals genossen habe und erzähle ihm in einer liebevollen Lautstärke wie angetan ich von seinem Vorschlag bin, dass selbst mein Patenkind im Südsudan meine Tirade gehört haben dürfte.

Ich legte auf und befand, dass ich mich ganz gut geschlagen hatte. Nur eine Stunde später kam der nächste Interessent. Etwas desillusioniert und entsprechend vorsichtiger informierte ich mich bei ihm um den Inhalt meiner potentiellen Arbeit. Seine Antworten klangen gut, jedoch fielen mir die etlichen Rechtschreibfehler auf, sowie die Tatsache, dass der Herr weder etwas von Ansprachen noch von Abschiedsgrußformeln hielt. Meist gab es ein paar abgehackte Sätze. Die Aussicht auf einen Job mit dem beschriebenen Inhalt reizte mich aber dennoch und so versuchte ich im Vorfeld auszuloten, was für eine Arbeitsstelle für mich bereitstünde, denn natürlich brauche ich mindestens einen Teilzeit- im besten Fall aber einen Vollzeitjob. Auf meine Fragen ging der Herr nicht mehr ein, sondern meinte nur prompt ohne mich je gesehen oder gehört zu haben dass er eine Festanstellung riskieren würde. Ich war weniger überrascht, denn misstrauisch. Wer bietet denn UNGESEHEN in diesem Lohnsegment Festanstellungen an? Ich solle also rasch meine Unterlagen zusenden und damit wäre die Sache geritzt.

Trotz Verwunderung bereitete ich meine Unterlagen vor. Da er aber auf meine letzten E-Mails einfach nicht mehr reagiert hatte, vermutete ich einen Troll, also fragte ich kurz vor dem Absenden noch mal höflich nach, ob alles noch so stehe und ich nun meine Unterlagen zusenden könnte. Plötzlich tauchte der Mann wieder aus der Versenkung auf und legte gleich mit einer Tirade los, die sich gewaschen hatte. Er wolle keine elektronische Bewerbung, weil er wissen wolle, wie schön und schwer mein Bewerbungspapier oder meine Bewerbungsmappe sei. Außerdem wäre es für ihn klar, dass die Sache geritzt sei und er hätte einfach nur keine Lust gehabt auf meine weiteren Fragen zu antworten. Er schrie mir förmlich aus dem Netz entgegen und ich witterte sofort einen Tyrannen. Ich gab an, dass Online-Bewerbungen üblich seien, sie kämen auch viel schneller an, als Postalische. Ich schrieb ihm zusätzlich, dass ich nichts gegen postalische Bewerbungen habe und ihm sehr gerne eine solche zusammengestellt hätte, wenn er das erwünscht und kommuniziert hätte. Ich schrieb ihm, dass wir den Bewerbungsweg nicht explizit abgestimmt hatten und ich KEINE Anschrift von ihm erhalten hatte. Zudem machte ich ihn darauf aufmerksam, dass er nicht mehr auf meine E-Mails eingegangen war (zwei Tage lang) und ich von einem Interessensverlust ausgehen musste. Da in meinen Unterlagen INTIMSTE Informationen stehen (von Telefonnummer, über Adresse bis hin zu Schul- und Uninoten), die schützenswert sind, kann ich sie nicht einem anonymen Menschen senden, der zudem das Interesse verloren zu haben schien.

Wütend und verständnislos beschimpfte er mich, wünschte mir, dass ich in Zukunft keinen Job erhielte oder ihn wenigstens schnell wieder verlieren sollte; ein jähzorniger Choleriker, der eine höfliche Fremde in den Boden stampft. Daraufhin schrieb ich ihm auch ein paar Takte und bezeugte ihm im Anschluss daran, dass ich froh bin, dass er VOR meiner Bewerbung sein wahres Gesicht gezeigt hatte.

ICH. WAR. SAUER. Und dieser Song rauschte durch meine Ohren. :D

http://www.youtube.com/watch?v=Gnj3F7-DcQY

Nach zwei weiteren enttäuschenden Rückmeldungen nahm ich meine Anzeige wieder aus dem Internet. Ich suche lieber aktiv und gezielt nach Jobs. So vermeide ich ungute Erfahrungen aus diesem Segment. Schließlich ist die Arbeitslosigkeit selbst schon entmutigend genug.

Aber was bei mir zu Frust geführt hat, kann Anderen vielleicht Erfolg bringen. Deswegen hier trotzdem meine Tipps:

- Versucht in der Anzeige weitestgehend euer Geschlecht zu verschleiern, vor allem, wenn es nicht relevant für den angepeilten Job ist

- Schreibt am besten in kurzen Sätzen oder Aufzählungen, wonach ihr sucht und was ihr an Skills bietet.

- Anonym bleiben! Keine Nummern oder Namen veröffentlichen; das kann man noch früh genug, wenn ein Interessent Kontakt aufgenommen hat.

- Schreibt auf, was ihr NICHT wollt, bspw. bitte KEINE erotischen Jobangebote etc.

 

Ich wünsche euch jede Menge Glück und Erfolg bei der Suche.

Eure,

Lost in Application

18.9.14 20:30
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dr. An0n9||05T / Website (5.10.14 20:01)
-Gewaltfantasien...

Kein Thema! ...für Sie.

=)



Dr. An0n9||05T / Website (5.10.14 21:13)
Keine Mutprobe ohne Pascal

Und,

extrahieren Sie diesen Mann, Aus U.S. Gewahrsam. http://i0.gmx.net/image/904/30110904,pd=2,f=teaser-l.jpg

& nicht draufgehen dabei...


Mausmausmau (6.10.14 12:48)
ALL ABOARD THE MURDER TRAIN!!!

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